30. Dezember 2018

Einmal Zeit, bitte!

 

 

Zeit. Sie ist kostbar. Gerät in Vergessenheit. Erinnert und blickt nach vorne. Bleibt nie stehen. Sie ist unsere ständige Begleiterin. Stürmt wie ein reißender Fluss an uns vorbei oder schleicht hinter uns her. Manchmal vergessen wir, dass wir die Geschwindigkeit beeinflussen können. Schlendern oder Rasen? Lesen oder Überfliegen? Genießen oder Verschlingen? Vieles muss schnell passieren. Man hat ja noch so viele Dinge zu tun. Die To-Do-Liste muss abgearbeitet werden bevor der Tag vorbei ist und ein neuer Tag mit neuen Aufgaben beginnt. Geschwindigkeit drosseln? Wer kommt auf so verrückte Ideen?!

 

Zeit ist also kostbar. Gestohlene Zeit bekommt man nicht mehr wieder. Gewonnene Zeit weiß man hin und wieder nicht zu schätzen. Bahn hat Verspätung. Termin in 15 Minuten! Panik beginnt, Laune stürzt in den Keller und alle Menschen sind doof. Der ganze Tagesplan ist im Eimer und die anfängliche Euphorie schleift irgendwo am Boden hinter uns her. Doch warum ein innerliches Drama beschwören, wenn man an den Gegebenheiten sowieso nichts ändern kann? Immerhin sind 20 Minuten Zeit gewonnen! Die Gelegenheit, um noch ein paar Seiten mehr lesen zu können, Musik ein wenig länger durch das Ohr rauschen lassen und dem lauten Großstadtgewusel entfliehen. Könnte tatsächlich ein positiver Effekt auf das Gemüt sein..

 

 

Es ist also alles eine Frage der Wahrnehmung und wie man die Gegebenheiten bestmöglich für sich nutzen und zum Positiven wenden kann. Nicht immer ein einfaches Gelingen. Emotionale Explosionen kommen gerne mal in die Quere, neigt man zu theatralischen Gefühlsausbrüchen oder hat man PMS. Manchmal fällt es auch einfach schwer, die positive Sichtweise auf die Dinge zu erkennen, vor allem, wenn man sich über seine eigenen Fehler ärgert. Der Schlüssel? Gelassenheit! Die Luxus-Emotion der Gegenwart. Kann sich doch bei der Fülle von Aufgaben und dem gesellschaftlichen Leistungsdruck kaum einer mehr leisten, weil haste nix, biste nix! Oder etwa doch?

 

Das Geheimnis ist, auch wenn du nicht bis 25 leitende(r) GeschäftsführerIn bist, ein Haus gebaut, Familie gegründet hast und einen gesellschaftlichen gut angesehenen Status genießt, bist du etwas. Du bist du! Du hast den Luxus, dein Leben selbst zu bestimmen. Deine Zeit nutzen, wie du es für richtig hältst. Deine eigenen Ziele setzen ohne Druck von außen. Alles, was du lernst, arbeitest, erschaffst oder zerstörst tust du in erster Linie für dich selbst. Nicht für eine Gesellschaft, die dich ohne Erfolg nicht anerkennt. Du kannst einen anderen Weg gehen, wenn du nur willst! Denn am Ende wird doch immer alles gut, warum dann so 'ne Eile? 

 

Was bringt uns nun dieses Philosophieren über die Zeit und wie sie genutzt werden kann? Vor allem bringt es Klarheit. Klarheit über eine selbstbestimmende Lebensweise und wie sie sich auf unsere Umgebung auswirkt. Meine Prioritäten. Die Gestaltung meines Alltags. Meine Gewohnheiten und wie ich aus ihnen ausbrechen oder in ihnen versinken möchte. Klarheit darüber, was mir wichtig ist und was nicht und demzufolge was ich essenziell brauche, um (über)leben zu können. Klarheit darüber, wie ich meine Zeit sinnvoll nutze und wem oder was ich sie widme. Wir neigen dazu, an uns selbst vorbeizurasen, ohne einen Blick nach hinten zu werfen, geschweige denn mal kurz anzuhalten aufn Pläuschen mit uns selbst. Mal fragen wie es uns so geht und worauf wir jetzt in diesem Moment gerade Bock haben. Die Zeit einfach kurz anhalten und mal nicht an die Pflichten denken. Das ist Luxus, den sich doch eigentlich jeder gönnen kann.

Kommt man manchmal um einen Leistungsdruck nicht drum herum, ist nur ein gelegentliches Tempodrosseln auch ok. Immer schön die Waage halten, sonst schleift eine Seite immer aufm Boden und kriegt Kratzer, bis sie auseinander fällt. Wär‘ blöd.

 

Slow motion also. Das Leben mal wieder entschleunigen und auf die basics besinnen. Kochen statt Fast Food, Menschen offline treffen, gute Bücher lesen, ein kleines Schläfchen gönnen, mal Nichts tun und viel Trinken nicht vergessen. Das alles ist der Motor, der uns antreibt. Warum füllen wir ihn dann nicht auch jeden Tag mit Bio - Sprit? 

 

Zeit für Weiterbildung. Zeit für Reflexion. Für Ruhe und Genesung. Zeit miteinander. Zeit für mich. Zeit zum Erschaffen und Entdecken. Zeit für Liebe. Zeit für gutes Essen!

 

Zeit für ein wenig Weiterbildung in Sachen veganes Essen? Dann lies mal hier !